Morbus Dei: Die Ankunft von Zach & Bauer

SIE sind da draußen...

Tyrol vor 300 Jahren.
Es wütet ein Krieg.
Im Schnee, nahe einem abgelegenen Dorf, schlägt sich ein Deserteur durch die eisige Masse und verliert beinahe den Kampf mit seinen Wunden und der Kälte, bis ihn ein Engel findet und pflegt. Dieser Engel ist Elisabeth und Johann ist vom ersten Moment, selbst im Fieberwahn hin und weg. Er beschließt zu bleiben, in einem Dorf voller Fremder, nur wegen ihr...
Doch im finstern Wald, im Kloster auf dem Hügel lauert etwas, dass der Dorfidylle ihren Schein nimmt.
SIE wohnen dort, die Ausgestoßenen.
Hütet euch, denn sie werden kommen ...

Kleiner Auszug:
Dunkelrotes, fast schwarzes Blut pumpte rythmisch aus der klaffenden Wunde des entstellten Gesichts, die wächserne Haut, war wie Papier zerfetzt. Ein milchig wirkendes Auge blickte ihn entsetzt an. 
Mein Gott, was seid ihr? - S. 250

Meine Meinung
Auf den ersten Blick war für mich dieses Buch nicht so der Hingucker. Es erinnert mich eher an einen Thriller oder einen Krimi, warum weiß ich auch nicht. Aber im Nachhinein muss ich zugeben, dass dieser Roman etwas hat, das mich gefesselt hat und das ist wohl das Geheimnisvolle.

Noch einmal komme ich kurz zum Oberflächlichen. Das Cover hat mir selbst nicht wirklich zugesagt, obwohl es gut zum düsteren Hintergrund der Geschichte passt. Eine einsame Kapuzengestalt, mystische Symbole und Adern die nicht blau sondern schwarz aus der Haut hervorstechen. Was den Titel angeht, hätten die Autoren vielleicht besser wählen können, er ist meiner Meinung nach wenig aussagekräftig und noch dazu in Latein. Zwar weiß ich als Amateur, dass Morbus - sozusagen Verfall bedeutet, aber da kann ja nicht jeder schnuppern, oder?

Nun aber zu den tiefgründigeren Themen, die Geschichte, Idee oder was auch immer ist recht gelungen. Ich fand es interessant immer nur mit wenig Infos gefüttert zu werden und selbst am Ende noch nicht zu wissen, wie und was hier jetzt eigentlich los ist. Zwar war ich dann teilweise schon frustriert, aber das Buch heißt ja Die Ankunft", da weiß man indirekt ja schon, dass noch etwas kommen wird. Also für Cliffhanger -Verabscheuer, ist dieses Buch vielleicht nicht das Richtige.

Den Schreibstil betreffend, gefiel mir, das hier öfter in österreichischer Art und Wiese geschrieben wurde, zwar nicht wirklich Mundart, aber fast. Für mich als Österreicherin zwar ungewohnt, aber eine gute Abwechslung, wo sonst könnte man Elisabeth - Lisle nennen :) Auch gut war der Sichtwechsel, mal war man Johann, mal Elisabeth, dann wieder der Hund oder einer der Soldaten die ins Dorf kommen.


Ein Manko gab es in diesem Bereich aber dann doch, die Schnelllebigkeit. Schnelllebigkeit in der Hinsicht, dass hier verschiedene Dinge zu schnell geschahen, wie zB die Beziehungen die die Figuren zueinander aufgebaut haben.

Was mein Lieblingsgebiet Charaktere und Tiefgang betrifft, war ich teilweise überrascht wie viel hinter einigen Personen gesteckt hat, wie Sophia oder auch unseren Protagonisten Johann und natürlich der Pfarrer, jaja der gute, alte Pfarrer. Es ist hier nämlich nicht alles, wie es anfangs scheint und das ist auch gut so, meine ich.
Ich für meinen Teil werde den zweiten Teil, wenn er denn erscheint, lesen, einfach um zu wissen was es mit den Ausgestoßenen auf sich hat.

Fazit
Gut aber nicht perfekt. Wer es gern schaurig mit einer Portion Liebe hat, ist hier eindeutig richtig, doch Achtung am Ende hängen wir doch alle an der Klippe.
Ich vergebe 4 von 5 Wölkchen und ein schauriges Lachen.




Mein Dank gilt dem Haymon Verlag für die Unterstützung mit diesem Exemplar.

Kommentare:

  1. Das klingt richtig gut.
    Das Cover finde ich sehr gelungen, auch wenn ich finde, dass die Schrift irgendwie gar nicht geht^^

    Aber der Auszug klingt auch sehr gruselig, bei sowas kann ich dann immer nicht schlafen:-)

    LG

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  2. Das Buch ist sehr spannend. Ich habe es in einem durchgelesen. Wenn draußen der Wind im Herbst pfeift und der Nebel vom Fluss aufzieht kann ich den Grusel richtig fühlen.

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