Die Geisha von Arthur Golden

Ein poetisches Stückchen Literatur

Chiyo ist noch ein kleines Mädchen als sie von ihrem Vater verkauft wird und in eine Okiya kommt, dem Haus einer Geisha und ihrer "Familie". Sie soll als Dienerin arbeiten bis sie ihre Ausbildung zur Geisha beginnen kann, doch Chiyo hat nicht vor in Gion zu bleiben, sie möchte fliehen, einfach weg. Doch dann trifft sie einen Mann der alles ändert, einen Mann der ihr Freundlichkeit entgegenbringt und sie "sieht". Von nun an will sie alles tun damit er sie wieder ansieht, sie will ihren Weg als Geisha gehen, doch das Schicksal ist manchmal verknüpft und bestimmte Dinge zu erreichen, sind manchmal gar nicht so leicht wie sie anfangs vielleicht scheinen. Doch Chiyo gibt nicht auf und wird Schritt für Schritt eine Geisha. Sie wird Sayuri.


Meine Meinung
Schon vor einigen Jahren hat mich die Verfilmung von Rob Marshall in die Welt dieses Buches entführt und ich hätte nicht gedacht, dass meine Achtung vor dieser Geschichte mit dem Lesen des Buches noch steigern würde - ich habe mich geirrt.

Das Cover finde ich in jedem Design das es gibt ansprechend. Mir als Fan der Verfilmung gefällt meine eigenen Version mit dem Filmcover aber einfach besser, weil ich während der Geschichte immer Zhang Ziyi als Protagonisten im Hinterkopf hatte - soviel zur Unbefangenheit durch Verfilmungen ;)

Schon immer war ich fasziniert von der Kultur Japans und vor allem von Geishas und ihre ganze Tradition. Dieses Buch hat mich dem näher gebracht und auch vollkommen ungeschminkt von den dunklen Seiten, dieser nach außen hin bunten, schönen Tradition. Man erfährt vieles, aber nie alles über das Leben der Geishas, ihren Pflichten und den Dingen die sie antreibt. Es waren keine Prostituierte in Seidenkimonos. Sie waren Künstlerinnen und unterhielten Männer indem sie tanzen, sangen und musizierten.

Der Schreibstil wirkt unheimlich gut auf den Leser. Es scheint, dass Chiyo oder Sayuri die Geschichte einfach so erzählt, als würde man mit ihr zu Tisch bei einer Tasse Tee sitzen. Natürlich ist es in Wahrheit die gute Recherche und seine Begabung als Autor von Arthur Golden, die es dem Leser erlaubt so vollkommen in die Geschichte von Sayuri einzutauchen.

Wer von euch die Verfilmung von "Die Geisha" (eng. "Memories of a Geisha") gesehen hat, sollte nicht glauben, dass er nun alles aus dem Buch weiß. Es wurden wie bei jeder Verfilmung Dinge geändert, ausgelassen oder schlichtweg dazuerfunden. Auch wenn ich immer noch finde, dass die Verfilmung sehr gut ist, war ich aber froh die Geschichte noch einmal zur Gänze kennenzulernen, da sich noch einiges mehr zwischen den Zeilen hervorzaubern lässt. Beispielsweise kam im Film bei weitem nicht die Niederträchtigkeit zum Vorschein mit der Hatsumomo Chiyo behandelt.
Was das Ende betrifft, so war ich fasziniert und zugleich entsetzt wieviel im lieben Hollywood einfach so ausgelassen wurde und mir gegen Ende brach der Damm in meinen Augen um einigen Tränen Platz zu machen wegen Chiyos Geschichte, wegen der tragischen Liebe und wegen einer Kultur die durch den Krieg fast vollkommen vergessen wurde.

Außerdem gab es noch etwas, dass mich völlig beeindruckt hat. Geishas verpacken simple Sätze und Vergleiche in wahre Poesie. Wenn man aufmerksam liest und manchmal innehält, fließen die Wortwahl der betreffenden Personen dahin wie ein Fluss und fasziniert den Leser nicht nur einmal - es sei denn man mag so etwas :)

Fazit
Ein wundervolles Buch über die japanische Kultur und eine tragische und vor allem ungewöhnlichen  Liebesgeschichte die einen fesselt bis in die letzte Seite. Falls ihr euch für die Kultur interessiert ist dieses Buch sicher ein toller Einstieg und für diejenigen, die die Verfilmung lieben ist es eine Gelegenheit um mehr zu erfahren. Von mir gibt es natürlich 5 von 5 Wölkchen. Das war zwar mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Buch über die japanische Kultur.

Kommentare:

  1. Danke für die Rezension. Ich werde mir es in naher Zukunft holen.:)

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  2. Das Buch gehört zu meinen All-Time-Favourites!!!!! Es ist wirklich ganz toll!
    LG
    Martina

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  3. Ooooh. Das Buch habe ich auch so gerne gelesen! Es war einfach wunderbar :-)
    LG
    Marie

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  4. ich finde es immer schön wenn andere ein buch ebenso lieben wie ich :D

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  5. Ah, das Buch steht immer noch ungelesen in meinem Regal :D
    Den Film habe ich geliebt und das Buch werde ich hoffentlich auch lieben, muss es unbedingt lesen :D
    Lieben Gruß und einen guten Rutsch ;)

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  6. Ah, Du klingst ja wirklich begeistert!! So sollten Bücher sein, oder? Ich könnte auch mal wieder ein Buch brauchen, dass mich begeistert ... wobei "Dustlands" bisher schon recht gut ist - mal schauen wie es sich weiter entwickelt ;)

    <3

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  7. Das Buch habe ich auch geliebt. Ich habe es gelesen, bevor der Film in die Kinos kam, was gut so war. Den Film find eich nicht schlecht, aber das Buch ist doch um Längen besser. Ich finds immer schön, positive Rezensionen zu dem Buch zu lesen.

    LG
    Jai

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  8. @lesen ist sexy: du musst es unbedingt bald mal lesen ;D das buch ist toll!!

    @moni: ich glaub man muss auf die kultur stehen um das zu mögen ;D

    @diejai: jaaa ich mag es auch wenn jemand ein buch das ich mochte anpreist ;D

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  9. Hach, schön, dass du so begeistert bist. Aber für mich wäre es denke ich nichts. Ich finde zwar manche "Auszüge" der Kultur in Asien allgemein interessant, aber das würde bei weitem nicht reichen.

    Aber eine tolle Rezi July! :) Man merkt definitiv, dass du hin und weg bist.

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  10. Ich fand das Buch auch super. Es hat mich damals sofort in seinen Bann gezogen. Außerdemm ist der Film einer der wenigen Buchverfilmungen, von denen ich nicht enttäuscht war.
    Lg Favola

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  11. Ohh, eines meiner Lieblingsbücher! Deine Rezension hat mich zurück versetzt in die Zeit, als ich es gelesen habe. Ich habe es bereits Anfang der 2000er als junger Teenager gelesen, da ich durch Manga und Anime ein totaler Japan-Fan war. Mich hat das Buch total begeistert und auch den Film fand ich schön gemacht, wenn auch das Buch besser war. Das Buch war ein absoluter Glücksgriff, ich hatte es damals nur zufällig bei Karstadt entdeckt, zu dem Zeitpunkt noch nicht viel gelesen und es stellte sich als sehr gut heraus, kein Kitsch, kein Firlefanz. Ich hoffe ja, irgendwann einmal wieder so einen Glücksgriff zu machen - ein Buch zu finden, was noch nicht so bekannt ist und mich trotzdem fesselt und begeistert. :)

    Liebe Grüße,

    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

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