Sieh mich an von Natasha Friend

Ist das Aussehen wirklich alles?

Lexi ist schön, sie war es schon immer, selbst als Kind. Jetzt als Teenager lebt sie ihr Leben mit ihrer allerbesten Freundin Taylor und ihrem Traumjungen Ryan. Ein jeder liebt sie, aber nur bis zu jenem Abend auf der Party in Taylors zu Hause.
Denn leider erwischt sie hier Taylor und Ryan inflagranti, betrinkt sich und fährt mit Jason mit, dessen Wagen gegen einen Baum kracht und sie mitten durch die Windschutzscheibe.
Sie wacht im Krankenhaus auf und alles ist auf einmal anders, sie ist anders, denn Lexi ist nun nicht mehr so makellos wie bisher. Als sie das Krankenhaus endlich wieder verlassen kann verkriecht sie sich und will nichts mehr mit der Außenwelt zu tun haben. Doch irgendwann kann sie sich nicht mehr verstecken und es bleibt ihr nur noch eine Wahl - sich hinter einer Maske zu verstecken oder der Welt die Stirn zu bieten.

Meine Meinung
Schon der Klappentext dieses Buches klang sehr interessant und machte mich sofort neugierig. Problembücher dieser Art waren schon seit meiner Teenagerzeit auf meinem Radar und sind nie verschwunden. In "Sieh mich an" (eng. "My Life in Black and White") fand ich was ich suchte und das Warum erkläre ich nur zu gerne.

Das Cover vom Carlsen Verlag ist sehr schlicht gehalten und dennoch sehr aussagekräftig. Ein hübsches junges Mädchen mit einem Makel zeigt sich hier, aber auch die englische Originalversion kann sich sehen lassen mit den schwarzen und weißen Symbolen, die allerdings nicht viel über das Buch aussagen.

Inhaltlich gibt es beinahe nichts zu meckern. Wie bereits oben beschrieben geht es um die schöne Lexi, die durch einen Unfall Narben davorträgt, die nicht nur äußerlich sind. Sie erfährt wie es ist nicht perfekt zu sein, etwas das sie in ihrem bisherigen Leben nie kannte. Mit einer überführsorglichen Mutter, die scheinbar nur ihre hübsche Tochter wieder will, einer ehemaligen besten Freundin die nicht einmal kämpft, einer Schwester die sich eigentlich nie darum scherte wie sie aussah und einem Ex der nicht mal hinsehen kann, beginnt Lexis Leben neu und vielleicht kann es sogar besser werden als bisher, doch das ist ein langer und schmerzhafter Weg, der einige Überraschungen beinhaltet.

Die Autorin versteht es mit ihrem Schreibstil zu faszinieren. Die Seiten gehen einem locker von der Hand und führen einen immer tiefer ins Geschehen. Zwar beschreibt sie Lexis Wandlung gut und man merkt auch wie sie sich verändert, aber teilweise geht das fast ein wenig schnell, wobei das natürlich nur Ansichtssache ist. Die Nachwirkungen eines solchen Unfalls gibt sich auf jeden Fall gut wieder und punktet damit mit Authentizität.

Auch mit den einzelnen Charakteren stiehlt sie sich ins Herzen der Leser, allem voran mit der Prota, die anfangs kaum auszuhalten ist, bis sie schließlich menschlich und "weich" wird, wie man sich eine Prota eben wünscht ;) Bei den Nebencharakteren gibt es jedoch auch einige tolle Entwicklungen, die nicht nur ihre Familie einschließen, nein auch "Freundinnen" und "Freunde" die ihr wahres Gesicht zeigen.

Fazit
Tolles Buch über ein Thema das jeden Tag beschäftigen kann. Ist Schönheit nur auf das Aussehen zu beziehen? Kann man auch mit Makeln schön sein? Dieses Buch lehrt uns, dass die Antwort auf die letzte Frage JA ist und zeigt die teilweise ungeschminkte Wahrheiten die man sonst gerne stillschweigt. Von mir gibt es 4,5 von 5 Wölkchen.





Ich freue mich, dass ich Buchbotschafter sein konnte :)

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