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Die toten Frauen von Juárez von Sam Hawken

Ein Mann auf der Suche nach der Wahrheit


Mexiko. Ciudad Juárez.
Eine Stadt voller Sünde und einer erstaunlich hohen Rate verschwundener Frauen, die immer mehr in die Höhe steigt. Drogen, Alkohol und illegale Box- oder Hahnenkämpfe sind schon fast Alltag und auch für Kelly einen erfolglosen Boxer stehen solche fragwürdigen Geschäfte an der Tagesordnung. Für seinen Kumpel Estéban, der gleichzeitig der Bruder seiner Freundin ist, hat er schon so manches vertickt und nachdem er nach einigen Rückschlägen keinen Ausweg mehr sieht landet er selbst wieder an der Nadel. Wochen des Rausches vergehen und Kelly kriegt nichts mehr mit, auch nicht das seine Freundin Paloma spurlos verschwindet. Diese Bombe trifft ihn schließlich wie ein Schlag, als er aus seinem Wachkoma ersteht, denn er wird als Verdächtiger verhaftet, gedemütigt und fast zu Tode geprügelt. Nur ein Mann glaubt noch an seine Unschuld, der Polizist Rafael Sevilla, der sich schließlich auf die lange Suche nach dem Mörder macht und ein unglaubliches Geheimnis entdeckt.



Meine Meinung

Ich bin normalerweise kein Fan von Krimis oder Thrillern. Meist sind mir die Bücher dieses Genres zu vorhersehbar und ohne jeden Reiz. "Die toten Frauen von Juárez" (eng. "The dead Women of Juárez") ist aber irgendwie anders und daher bereue ich nicht es mit diesem Buch versucht zu haben, da es mich hin und wieder sehr überrascht hat.

Das Cover mit diesem kleinen teuflischen Männchen und der blutroten Schrift, passt sehr gut. Zwar konnte ich mir selbst vor dem Lesen nichts vorstellen, aber zu einer Geschichte mit so vielen misshandelten, toten Frauen passt es irgendwie. Der Titel sagt hier natürlich schon mehr aus und es ist leicht zu erraten um was es hier eigentlich geht.

Der Schreibstil des Autors war meiner Ansicht nach nicht schlecht, aber hatte auch nicht das gewisse Etwas, das ein Buch zu einem absoluten Pageturner macht. Die Wechsel in der Sicht und die vielen spanischen Wörter machten mir das Lesen manchmal nicht so leicht und ich konnte eher schwer folgen. Zwar kann es auch sein das der Autor nur unwichtiges auf Spanisch geschrieben hat, aber woher soll ich das wissen, die vielleicht nur 3 Sätze spanisch sprechen bzw. lesen kann? Manchmal gab es auch zeitliche Lücken, die leider bis zum Ende nicht völlig gefüllt werden. Sie schmälern das Lesevergnügen zwar nicht, aber man hat trotzdem das Gefühl etwas nicht mitbekommen zu haben.


Seine Idee, diese Geschichte nach einigen wahren Punkten zu richten (in dieser Stadt verschwinden wirklich viele Frauen, angeblich an die 5.000 bisher und kaum welche wurden bisher gefunden) fand ich sehr gut und gibt diesem Krimi eine Authentizität, die man in vielen anderen Romanen lange suchen kann. Auch die Drogenexzesse, die Kämpfe, Prügeleien und Boxtrainings zeigen, dass der Autor sich mit diesen Themen sehr genau auseinander gesetzt hat um alles so wiederzugeben. Dann noch dieses große, ultimative Fragezeichen, auf dem die Entführungen und Morde aufbauen – ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber eines sei gesagt, vollkommen vorhersehbar ist hier nichts!


Auch mit den Charakteren hat er es sehr gut getroffen. Unsere Protas Sevilla und Kelly sind facettenreicher als so manch echte Personen und man merkt schon beinah zu spät wie viel Tiefe hinter ihren Masken steckt. Zu den Nebencharakteren möchte ich mich nicht zu lange äußern, da alleine die Protas viel Seele ins Buch bringen, auch wenn es, wie schon erwähnt, manchmal erst sehr spät kommt. Die etwas unwichtigeren Personen in diesem Buch sind nämlich eher durchsichtig und viele sind auch brutal oder gesetzlos.


Fazit

Durchaus lesenswert. Für Fans von teils blutigen Krimis, sicher ein Hit, auch wenn es nicht diese speziellen Pageturner Eigenschaften hat (meiner Meinung nach). Taucht ein in die grausame Welt der toten Frauen von Juárez und erlebt die Suche nach der Wahrheit. Von mir gibt es 3 von 5 Wölkchen.




Mein Dank an bilandia.de für die Großzügige Unterstützung.

Der Preis der Unsterblichkeit [Touched 01] von Corrine Jackson

Wenn sich alles mit einer Berührung verändert....

Remy weiß schon seit langem das sie anders ist, aber als sie ihr Stiefvater sie an jenem Abend schlägt ist etwas anders - sie kann zurückschlagen, statt nur zu heilen kann sie Dean endlich das geben was er verdient, ein paar gebrochene Knochen.
Mit diesem Tag ändert sich so einiges für sie und Remy zieht schließlich nach Blackwater Falls zu ihrem Vater und seiner neuen Familie. Anfangs noch recht kühl taut sie hier auf und lernt ein Leben kennen, das sie selbst bisher nur zu träumen gewagt hatte: neue Klamotten, Freunde, Familie und nicht mehr das Gefühl nur ein Außenseiter zu sein. Dann wäre auch noch der Junge den sie am Hafen getroffen hat - Asher, der anders ist als jeder den sie bisher kennengelernt hat. Eine Berührung von ihm und sie spürt etwas Fremdes, Gieriges und schon bald weiß sie weder ein noch aus. Kann sie dem Sog von Asher entkommen und was ist mit ihrem Stiefvater - kann sie ihm wahrhaftig entkommen?


Meine Meinung
Ich muss gestehen bisher hatte ich noch nichts von diesem Buch gehört, bis auf die Infos die ich aus Stöberattacken habe. Corrine Jackson ist ja auch noch eine relativ frische Autorin und ihr Buch "Der Preis der Unsterblichkeit" (eng. "Touched") soll ja auch erst dieses Jahr im Dez auf Englisch erschienen. Auf jeden Fall ist sie eine Entdeckung und mit "Der Preis der Unsterblichkeit" (eng. "Touched") gelang ihr der Auftakt einer Trilogie mit gutem Suchtpotential.

Das Cover kann ich ja leider nicht mit dem englischen vergleichen da hier noch nichts bekannt ist, aber ich sag mal das vom Thienemann Verlag ist schön und träumerisch, auch wenn es nicht gerade aussagekräftig ist. Der Titel dagegen ist sehr passend, Berührungen sind in "Der Preis der Unsterblichkeit" (eng. "Touched") vor allem für Remy wichtig um ihre Kräfte zu benutzen.

Was hier die Ideen betrifft fand ich sie eigentlich sehr gut und vor allem, dass wir nicht alles sofort erfahren und uns erst durch die Geschichte reißen lassen müssen um Stück für Stück zu erfahren was es mit Remys Kräften auf sich hat und das es auch Leute gibt die es auf sie abgesehen haben. Vor allem schreckt einem hier ihr Stiefvater Dean ab, der dem Buch schon einen echt turbulenten Start gibt und einen kurz zusammenzucken lässt.
Eines fiel mir allerdings auf, es kann natürlich sein das ich mich irre, aber es gab einige Passagen die mich stark an „Biss zum Morgengrauen“ (eng. „Twilight“) erinnert haben. Zwar waren es nur kurze Stücke und nicht die, die sich total ins Gedächtnis brennen, aber kleine Teile davon, was das Buch aber nicht schlechter machen als es ist.

Der Schreibstil ist auch leicht zu lesen und mit den teils ganz schon brutalen Szenen in denen Knochen brechen gibt Corrine Jackson dem Buch einen ganz besonderen Touch. Wer hier ein gutes Kopfkino hat wird sich mehr als einmal fragen wie Remy das eigentlich alles überlebt ohne vollkommen verrückt zu werden, das sie hart im nehmen ist wird einem sehr schnell klar.

Wo ich schon bei Remy bin möchte ich mich auch kurz zu ihr Äußern. Remy ist alles andere als ein Vorzeigemodell einer Protagonistin, sie ist zwar zäh, aber leider ist sie durch ihr Leben bei Dean immer mehr abgestumpft und kann bei ihrem Neuanfang, im Hause ihres Vaters, eigentlich niemanden und nichts vertrauen. Sie macht nur tapsige, kleine Schritte in Richtung Besserung, was sehr natürlich ist und mir selbst sehr gut gefiel, denn ein Herz kann nicht einfach so ohne weiteres heilen nach so einer Behandlung. Mit Asher haben wir auch einen Glücksgriff gemacht, zwar ging mir nicht ein wie er sich so schnell um 180 Grad wenden konnte, aber er ist und bleibt mir neben der starken Remy ein Herzstück der Geschichte. Seine Entwicklung steht der von Remy in nichts nach, auch wenn sie, wie schon gesagt, etwas rascher geht. Leider waren mir manche Nebencharaktere eher ein Dorn im Auge wie die Geschwister von Asher, sie wirkten nicht so natürlich wie viele andere Figuren in dem Buch und waren eher sprunghaft und schwer zu verstehen.

Fazit
Ein guter Start mit einer starken Prota die nichts an sich ranzulassen scheint. Sucht ihr magische Momente? Hier habt ihr sie! Sucht ihr Liebe? Hier habt ihr sie! Sucht ihr Spannung? Na die könnt ihr auch haben! "Der Preis der Unsterblichkeit" (eng. "Touched") ist ein guter Auftakt mit kleinen Mängeln, dem ich ohne schlechtes Gewissen 4 von 5 Wölkchen gebe.


Reihe
Hier ist eine Trilogie in Planung und da die Autorin mit Teil2 schon fast fertig ist, wird uns dieses Jahr wohl noch die Fortsetzung erwarten.

Schön das ich Buchbotschafter sein durfte ;)




DU bist dran von Charles Benoit

Wer nicht handelt, lässt geschehen

DU bist es. Es fließt Blut und nur weil du dem falschen Menschen vertraut hast. Das Mädchen das du schon so lange heimlich anschmachtest. Der Neue in der Schule. Deine Probleme. Dein Leben. Es geht um dich – um Kyle. Wie schnell einen jemand zerstören kann, wenn er weiß was deine Schwachstelle ist. Genau das geschieht hier, du wirst angegriffen, manipuliert. DU musst handeln Kyle, dir ist kein Preis zu hoch um das Mädchen zu schützen das du liebst, oder?

Meine Meinung
Ich weiß meine Inhaltsangabe ist nicht besonders aussagekräftig, aber ich kann "DU bist dran" (eng. "YOU"), in keinen anderen Worten beschreiben. Denn wenn ich den Inhalt beschreiben, kann ich euch gleich das Ende verraten ;D
Aber eins möchte ich noch anfügen, "DU bist dran"  hat mehr Charakter als man auf Anhieb vielleicht entdeckt.

Zu allererst der Schreibstil, der mich anfangs ganz schön stutzig gemacht hat, sich aber im Nachhinein als sehr passend zu diesem Buch erwies. Hier wird uns die Geschichte von Kyle erzählt und zwar als würde eine andere Person direkt mit ihm reden. Als hätte er einen inneren Kommentator. Zwar wird dadurch das Lesen manchmal ein bisschen konfus, aber dieser sozusagen innere Monolog hat etwas für sich.

Was die Aufmachung und den Titel angeht, hat mich dieses Buch stark an „Tote Mädchen lügen nicht“ (Rezi gleich hier -> *klick*) erinnert, was glaube ich mal, teil der Werbestrategie war, da es sich hier auch um ein ernsteres Jugendbuch handelt. Nur geht es hier diesmal nicht um Selbstmord, sondern um Manipulation und dem Spielen mit Menschenleben.

Die Idee von Charles Benoit für „DU bist dran“ finde ich gar nicht mal so schlecht, denn heutzutage gibt es viele Probleme bei Jugendlichen, nicht zuletzt Mobbing, falsche Freunde und Unsicherheit. Das alles vereint der Autor in seinem knapp 230 Seiten langen Buch, bei dem wir den Weg gemeinsam mit Kyle gehen, dem Jungen der Blut sieht, der Junge der handeln muss.

Was unseren Helden und die anderen Figuren lesenswert macht? Sie sind sehr menschlich. Allen voraus Kyle, der verschlossene Freak, dem das Lernen zum Hals heraushängt und dessen Unsicherheit ihm manche Türe verbaut. Dann ist da noch Zack, der einem schon von Anfang an etwas kurios aber liebenswert vorkommt, doch täuscht euch nicht hinter manchen Charakteren lauern ganz schön hinterlistige Persönlichkeiten.

Ich weiß ich habe diesmal von außen nach innen und von innen nach außen analysiert, also Kraut und Rüben durcheinander, aber es kommt wie es kommt und ich hätte mir bei „DU bist dran“ noch um einiges mehr an Seiten erhofft, denn am Schluss hängt der Leser am seidenen Faden, ein Cliffhangerende wie es im Buche steht.

Fazit 
Ein gutes Buch, das leider etwas zu kurz geraten ist und einem teilweise die Stirn runzeln lässt. Wenn ihr gerne etwas zu lesen habt, dass nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern tiefer geht, ohne das man die Charaktere je ganz verstehen kann, ist „DU bist dran“ eindeutig etwas für euch. Ich vergebe 4 von 5 Wölkchen und eine gerunzelte Stirn ;D im Positiven Sinne, weil ich immer noch über die Story nachdenke.





Danke an den cbj Verlag für die großzügige Unterstützung mit diesem Roman.