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Brasilien für Insider von Andreas Wunn


Eindrücke eines Sehnsuchslandes

Brasilien. Ein Land des Fußballs, ein Land des Wachstums, ein Land zum Träumen.
Die WM hat uns dieses Land wieder näher gebracht die Schönen- wie auch die Schattenseiten dieses Landes das den wirtschaftlichen Absprung schaffen könnte, wenn da nicht einige Dinge wären die dem im Weg stünden wie zum Beispiel der Gevatter Staat selbst.

Andreas Wunn, selbst schon beinah gebürtiger Brasilianer entführt in die Tiefen des Landes und zeigt dem Leser die eine oder andere Seite dies bisher über Brasilien nicht bekannt war.


Meine Meinung
Als Abenteurerin und angehenden Globe Trotter hat mich Brasilien schon oft aus den schillernden Katalogen und dem Karnevalausschnitten im Fernsehen angelächelt, doch ist alles so wie man es sich ausmalt? Wohl eher nicht, denn sonst hätte Brasilien nicht die höchste Kriminalitätsrate weit und breit, doch was ist es das Brasilien ausmacht?

Andreas Wunn bringt diese Informationen sehr gut an den Leser. Seine Geschichten über dieses Sehnsuchtsland sind selbsterlebte Szenen in der die Einheimischen über die Lage in Brasilien berichten, ob es nun Nachwuchsfußballer sind, arme Briefzusteller oder Reiniungspersonal. Er schildert ihre Geschichten und zeigt dem Leser das wahre Brasilien, dem noch ein langer Weg bevor steht um sozial auf den Stand von Deutschland oder Österreich zu kommen. Korruption ist auch heute noch ein großes Problem, ebenso wie die wachsenden Fixkosten mit denen die Einheimischen leben müssen, aber auch Rassismus ist noch sehr weit verbreitet.


Das uns vieles mehr erfahren wir in diesem Buch, verpackt in einem raffinierten Schreibstil, der mit seinen häufigen Dialogen zu dem vielen Informationsinput zum Lesen einlädt, ohne dabei aufgesetzt oder gar langweilig zu wirken.

Fazit
Ein Blick in das Sehnsuchtsland Brasilien auch abseits des Karnevals und des Fußballs. Andreas Wunn entführt den Leser ins Herz des Landes und zeigt einem auch die unschönen Seiten, die man ansonsten nicht so schnell sieht. Für alle die Brasilien selbst erleben wollen oder es erlebt haben sicher eine gute und vor allem informative Lektüre. Von mir gibt es 4 von 5 Wölkchen.




Mein herzlicher Dank an den Heyne Verlag und das Freelance Team für die tatkräftige Unterstützung mit diesem Buch.

Der eiserne Wald [Skylark 01] von Meagan Sponner


Magisch, düster und voller Wendungen...

Lark lebt in einer magischen Kuppel, abgeschieden von der zerstörten Welt außerhalb. Die Magie ist hier überall vorhanden, wenn auch in kleinen Mengen und jeder leistet seinen Beitrag um die gut geölte Maschine im Laufen zu halten.
Nur Lark wurde noch nicht geerntet, hat keinen Platz in der Gesellschaft. Sie kann es kaum erwarten, das es endlich passiert, das sie endlich von den Magiern geerntet wird.
Als ihr Name schließlich fällt und das Ernteritual kurz bevorsteht, kriecht Angst in Larks Gedanken und das zu recht, denn das Ritual ist keineswegs wie gedacht. Lark muss fliehen, nur wohin?



Meine Meinung
Lange bevor dieses Buch erschien, war ich hin und weg. Ich konnte es fast nicht erwarten, bis dieses Buch endlich in die Geschäfte kommt und wurde keineswegs enttäuscht, aber dazu gleich mehr.

Die Aufmachung des Originals ist sehr passend, vor allem mit den gefallteten Vogel, der Lark auf ihrer Reise begleitet, aber auch der Wald passt hier gut ins Bild, da wir hier auf der Suche nach dem eisernen Wald sind. Der Heyne fliegt Verlag hat dieses Design fast ganz übernommen, nur ziert hier der Kopf der Prota den Wald im Hintergrund. Der Titel an sich ist gut gewählt, dieser stellt zu den englischen Nachfolgern "Shadowlark" und "Lark Ascending" eine geschickte Verbindung her.


Der Debütroman bzw. der erste Teil dieser Trilogie zeigt auf alle Fälle, was die Autorin kann. Sie schafft mit ihrem spannenden Schreibstil eine Welt von der wir leider viel zu wenig erfahren. Eine Welt in der Magie das höchste und teuerste aller Güter ist, für das man sogar an die Grenzen der Menschlichkeit geht. Meagan Spoon erschafft aber auch eine Welt voller Wendungen und unerwarteter Enthüllungen, die tief in die Geschichte eindringen. Sie zeigt uns einen kleinen Teil der Welt wie er war und einen großen Teil wie er momentan ist, mit all seinen Schattenseiten, denn gewaltfrei geht es hier keinesfalls zu. Die Spannung lässt den Leser während des Buches auf jeden Fall nur selten alleine. Das und die Welt hinter der Kuppel zieht den Leser förmlich in die Handlung hinein, die sich als gewagte Mischung aus Magie und Dystopie entpuppt.

Auch die Charaktere können sich sehen lassen. Zwar ist das Hauptaugenmerk auf Lark gerichtet, die einem mit ihrem Wesen immer mehr ans Herz wächst, auch wenn sie so ihre kleinen Macken hat. Dennoch lernen wir neben Kris, Larks Bruder, der Magisterin und Oren, noch einige andere interessante Figuren kennen, die mehr als nur einmal beweisen, dass sie tiefere Abgründe oder aber fast schon funkelnde Wesenzüge haben.

Nach dem spannenden Ende bleibt auf jeden Fall genug Stoff um in einen tollen zweiten Teil zu starten.


Fazit
Dieses Buch bietet weit mehr als anfangs gedacht. Hier mischen sich Fantasy und Dystopie Genre zu einem tollen magischen Erlebnis das seinesgleichen sucht. Wir erleben Wendungen die einen förmlich an die Seiten ketten, nur um sich nach den zweiten Teil zu sehnen. Von mir gibt es für diesen tollen Auftakt 5 von 5 Wölkchen.




Reihe - Skylark
  1. "Der eiserne Wald" (eng. "Skylark")
  2. TITEL unbekannt (eng. "Shadowlark")
  3. TITEL unbekannt (eng. "Lark Ascending")

Mein herzlicher Dank an den Heyne fliegt Verlag  für die tatkräftige Unterstützung mit diesem Buch.

Zwischen uns die Zeit von Tamara Ireland Stone


Wenn nicht nur Kilometer einen trennen...

...sondern auch die Zeit.

Anna ist mit ihren 16 Jahren soweit ganz glücklich, nur würde sie so gerne die Welt entdecken und flüchtet sich so gerne in geschriebene Geschichten die sie an andere Orte bringen. Das ändert sich als sie den Neuen in der Schule kennenlernt, Bennett der ihr so unglaublich vertraut vorkommt., Bennett der ihr von Anfang an den Atem nimmt. Der geheimnisvolle Junge benimmt sich ihr gegenüber auch sehr sonderbar und Anna weiß nicht mehr was sie denken soll, bis er sie in sein Geheimnis einweiht. Was sein Geheimnis ist? Er kommt aus dem Jahr 2012, also 17 Jahre aus der Zukunft für Anna und damit nicht genug er sucht seine "in der Zeit" verlorenen Schwester. Mit all dem kann Anna irgendwie umgehen, doch Bennett kann jederzeit verschwinden und in seine eigene Zeit geschleudert werden....


Meine Meinung
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von diesem Buch noch nichts gehört hatte, bevor ich es vom Verlag vorgestellt bekam. Da ich aber unglaublich auf Zeitreisen stehe und immer wieder nach "der" Geschichte suche die berührt machte ich mich natürlich über dieses Buch her.

Das deutsche Cover ist sehr jugendlich und hübsch. Der junge Mann, denn wir weggehen sehen, passt sehr gut zum Inhalt, auch wenn ich mir einen 16-jährigen nicht ganz in solchen Klamotten vorstelle :) Die originale englische Version dagegen hat 3 verschiedene Cover und davor ist wohl das vom Corgi Childrens Verlag das schönste, meiner Meinung nach :)


Die Geschichte bzw die Idee an sich, ist nicht schlecht. Zu Beginn erleben wir ja schon eine Begegnung der anderen Art und wir erfahren erst recht spät was es mit dieser Passage auf sich hat. Die Zeitreise, aber auch die Reise von einem Punkt der Erde zu einem anderen sind interessant, leider aber wird hier viel zu wenig erklärt. Woher kommt die Gabe, wie funktioniert das alles und warum ist das Ende so wie es nunmal ist?
Vieles lässt die Autorin ungeklärt und das liegt wohl daran, dass noch Bücher folgen, aber ob das hier die richtige Lösung ist sei dahingestellt, da das Lesevergnügen durch die etwas seichte Handlung doch oft nachlässt.


Auch die Charaktere sind leider etwas oberflächlich behandelt. Zwar verbringt der Leser seine ganze "Zeit" mit Anna, doch man erfährt nicht allzuviel von ihr, nur das sie gerne reisen würde und das sie von Beginn an einen Narren an Bennett gefressen hat. Auch unseren Zeitreiser lernen wir nicht sehr gut kennen, er ist mal da, dann wieder nicht und das Ende war mehr als merkwürdig finde ich. Was mir allerdings gefiel, waren die Sprünge die er mit Anna gemacht hat, an ganz bestimmte Orte - für Globetrotter oder Jumper Fans ein wahrer Traum.

Fazit
Leider etwas seicht. Zwar hat die Autorin mit einer netten Idee begonnen, jedoch machen es die wenig sympathische Prota und die vielen Geheimnisse schwer, das Lesen zu genießen. Sollte man etwas für zwischendurch suchen oder auch nicht zu tiefsinnige Bücher lieben, sicherlich nicht übel, aber für etwas wählerische Leser, ist es wohl eher eine Fehlentscheidung. Von mir gibt es 2,5 von 5 Wölkchen.






Bücher
  1. "Zwischen uns die Zeit" (eng. "Time between us")
  2. eng. "Time after Time"

Mein Dank an den cbt Verlag für die großzügige Unterstützung.

Zehn Gründe, die todsicher fürs Leben sprechen von Albert Borris

Eine Reise mit Folgen?!

Eine Gruppe von Jugendlichen.
Ein Plan mit fatalen Folgen.
Eine gemeinsame Reise,
und ein Weg dem allen ein Ende zu setzen.

Owen ist das Leben leid, genauso wie Frank, Audrey und Jin-Ae. Alle vier teilen die gleiche Einstellung und entscheiden nach unzähligen Chats im Netz das Handtuch zu werfen.
Sie beginnen eine Tour zu den Gräbern berühmter Selbstmörder und am Ende dieser Reise wollen Sie im Death Valley den letzten Schritt tun und ihrem Leben gemeinsam ein Ende setzen.

Meine Meinung

Mal wieder ein Buch voller Emotionen, tiefgründiger Gefühle und vielem anderen erwünscht? Das dachte ich mir beim Lesen des Klappentextes, nur leider war es nicht ganz wie erwartet, zwar nicht schlecht, aber auch nicht die tiefschürfende Story die ich mir erwartet hatte. Warum - das erfahrt ihr hier.

Die Aufmachung finde ich beim deutschen Buch sehr gut - ein Grab aus der Perspektive des Toten. Man sieht sich sozusagen die Radieschen von unten an - einfach perfekt ;) - und auch der Titel macht neugierig. Die englische Version dagegen unter dem Namen "Crash into me" ist zwar nicht übel, aber erregt weit nicht so viel Aufmerksamkeit.

Die Idee an sich ist gut und bringt einen ganz schön ins Grübeln, immerhin geht es hier nicht um eine Kleinigkeit. Das Thema Selbstmord ist immer noch ein großes Tabu und Albert Borris greift es einfach so auf, hinzu kommt, dass hier Jugendliche betroffen sind. Als wäre das nicht genug sind auch noch Drogen, Alkohol und Homosexualität mit im Spiel - alles ganz schön schockierend, aber näher an der Realität als viele andere Jugendbücher, bei denen Autoren brave, vollkommen keusche Streber als Figuren einsetzen.

Der Schreibstil dagegen war nicht spannend wie gewünscht. Eine sehr aufwühlende Thematik verbindet sich hier lieder mit einem dürftigen Schreibstil, da es der Autor leider nicht schafft einen vollends mit in seine Geschichte zu ziehen. Der Grund dafür sind teilweise langwierige Passagen in einem sonst so kurzlebigen Buch, dass dann wiederum fast etwas schmächtig ausfällt, eben weil es so kurz ist.
Lange Rede kurzer Sinn - man lernt die Figuren nicht richtig kennen, einige Passagen sind eher langweilig und richtiger Tiefgang kommt nicht auf.

Fazit
Tolle Idee mit mäßiger Umsetzung. Der Autor hätte aus dieser recht guten Idee eindeutig mehr machen können, doch für ein Buch zwischendurch reicht es vollkommen, auch wenn man sich vielleicht mehr erwartet bei so einem Thema. Von mir gibt es 3 von 5 Wölkchen.




Mein Dank an hierschreibenwir.de und indirekt dem Carlsen Verlag für dieses Leseexemplar.


Amy & Roger´s Epic Detour von Morgan Matson



Ein lebensverändernder Trip
Amy hat sich in letzter Zeit ganz schön viel mitgemacht. Seit jenem Unfall ist nichts mehr wie es war und jetzt soll sie ausgerechnet durchs halbe Land fahren. Von Kalifornien nach Connecticut und das in nur wenigen Tagen. Auf diesem Weg soll sie Roger, der Sohn einer Freundin ihrer Mutter, fahren, doch als es Zeit wird den rechten Pfad zu wählen nehmen die beiden die Abfahrt und begeben sich auf einen Trip quer durch die Staaten. Ein Erlebnis sondergleichen und die zwei Reisenden entdecken Seiten an dem jeweils anderen, die schon lange tief begraben zu sein schienen. Snacks eingepackt? Musik gewählt? Na dann: „Hit the road“.

Meine Meinung  
Schwärmereien von Freundinnen verleiten mich wohl einfach viel zu oft zu Büchern, die ich aus eigenem Antrieb wohl nie lesen würde. Aber wisst ihr was, das ist meist gar nicht mal so schlecht und war auch bei „Amy & Roger´s Epic Detour“ der Fall.
Schon im Vornherein fand ich die Aufmachung schön. Es zeigt einem zwar auf Anhieb nicht sofort um was es den eigentlich geht, aber wenn man erst den Klappentext liest wird einem so einiges klar. Die Idee an sich? Einfach schön, vor allem da ich die ewiglangen Straßen Amerikas einfach nur klasse finde. Aber nicht nur Äußerlich ist das Buch ein Hingucker, auch wenn man einen Blick ins Innere wirft bereut man es nicht. Auf vielen Seiten sehen wir Fotos, kleine Skizzen, Musiktipps und vieles mehr, was das Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Ich mochte das immer schon wenn ein Buch ein bisschen so aussieht wie ein Tagebuch und das ist hier der Fall.
Was die ganze Story an sich betrifft, war ich echt geschockt wie toll sie eigentlich ist und wie interessant so eine Tour aus zweiter Hand sein kann. Noch dazu kommt, dass wir die Beiden Hauptpersonen immer besser kennenlernen. Amy und Roger haben beide so ihr Päckchen zu tragen und lernen sich, im Laufe ihrer nicht mal so kurzen Reise, gut kennen, bis der eine weiß wie sich der andere gerade fühlt und dass, ohne kitschigen Hintergrund, elefantenartige Schritte aufeinander zu oder unglaubwürdiger Liebesgeständnisse. Dieses Buch hat das gewisse Etwas, es berührt obwohl man anfangs nicht einmal daran glaubt.
Dann wäre da noch das Thema: „Englische Bücher lesen? Niemals!!!“ Meine Frage: „Warum eigentlich nicht?“ Ich selbst war auch kein Profi als ich anfing Bücher auf Englisch zu lesen, aber es wird besser und ich sag euch ein Jugendbuch wie „Amy und Roger´s Epic Detour ist zwar vielleicht nichts für Frischlinge, doch ich glauben wenn man schon mind. 2 englische Bücher gelesen hat, sollte es kein Problem darstellen :) Also ab in die Fremdsprachenabteilung, bildet euch weiter und erlebt eine Reise voller uriger Fressbuden, ewig langer Straßen und einem Kopfkinoausblick auf wunderschöne Berglandschaften.

Fazit
Ein durchaus schönes Jugendbuch mit viel Herz und einem Thema das so manchen faszinieren kann. Für Fernwehexperten ein regelrechter Antrieb selbst einmal die Highways im endlosen Land Amerika unsicher zu machen. Ich vergebe 5 von 5 Wölkchen.






Insider- Info:
Die Autorin ist sowieso die Beste meiner Ansicht nach. Sie fuhr die gesamte Strecke die Amy und Roger zurücklegen, ebenfalls. Das nenne ich Leidenschaft für seinen Beruf haben!